Freitag, 8. Oktober 2010

"Viele Menschen versäumen das kleine Glück, während sie auf das Große vergebens warten."

Viele Dinge sind zu sagen, und werden nun hier niedergeschrieben, nicht unbedingt in der Reihenfolge ihrer Dringlichkeit oder Bedeutung, sondern viel eher in der Reihenfolge, die das Chaos in meinem Kopf ihnen gibt.

Fangen wir mit einer weiteren Buchempfehlung an.

Gestern war ich mit Phil auf einem kleinstädtischen Bahnhof und entdeckte dort im Vorbeigehen eine recht kleine und im Allgemeinen
auch nicht sonderli
ch gut ausgerüstete Buchhandlung, an der ich trotzdem nicht so ohne Weiteres vorbeikam, was, wie sich später rausstellte, auch gut so war.
Ich ging also hinein und schaute mir einige ausliegende Exemplare neuester Sinnlosigkeiten an.
Von "Deutsch - Sex, Sex - Deutsch", bei dem ich mich frage, ob so etwas wirklich sein muss und ob Mario Barth, der diese Langenscheidt-Welle der skurrilen Übersetzungsmöglichkeiten losgetreten hat, sich schämen würde, wenn er wüsste, was sein "Deutsch - Frau, Frau - Deutsch" ausgelöst hat, über das belauscht.de-Buch "Entschuldigung, sind Sie die Wurst?", dass ich
gern erworben hätte, bis mir auffiel, dass ich das nicht muss, da ich als regelmäßiger und treuer belauscht.de-Leser sämtliche Zitate bereits kenne, bis hin zu dem recht mittelmäßigen "Stirbt ein Bediensteter während einer Dienstreise, so ist damit die Dienstreise beendet: Meisterleistungen der Beamtensprache" von Norbert Golluch, das hin und wieder recht in Ordnung ist, besonders die Ausschnitte des Schriftverkehrs zwischen Versicherten und ihrer Versicherung; allerdings auch einige Schwachpunkte aufweist, wie zum Beispiel die vom Autor ins Beamtendeutsch übertragenen Literaturklassiker, die ich weder sonderlich witzig noch insgesamt als unterhaltsam befinden kann. Dieses Buch wollte ich dennoch erwerben, also stellte ich mich an der Kasse an. Dann kam Phil dazu und drückte mir noch ein Buch in die Hand, an das ich mich recht unscharf erinnern konnte, da wir einst eine "Was liest du"-Sendung gesehen hat
ten, in der einge Zeilen daraus vorgelesen wurden.


Besagtes Buch wurde von seinem Autor Stefan Schwarz "Ich kann nicht, wenn die Katze zuschaut: Neue schreckliche Einzelheiten aus dem Leben eines Mannes von mittlerer Statur" genannt und ist unfassbar großartig.
Wann immer einer von uns beiden darin liest, kommt er nicht umhin, dem anderen kapitelweise daraus vorzulesen und laut zu lachen. Selbst gestern Abend, als ich in der Bahn saß, da uns mal wieder unerwartet der Tabak ausgegegangen war, und in dem Buch las, kam ich nicht umhin, laut zu lachen, als ich diese hervorragend formulierten und unfassbar humorvollen Sätze las.

Auch wenn sich einige Super-Emanzen auf Grund des ersten Kapitels des Buches persönlich angegriffen fühlen mögen, wie man einigen Leserbewertungen bei amazon.de entnehmen kann, komme ich doch nicht umhin, es in den höchsten Tönen zu loben und als unerhört fantastisch zu bezeichnen.


Nun zu etwas weniger Erfreulichem:
Ich bin ja in den meisten Fällen ein bekennender HIM-Fan und habe gestern in vormals erwähnten Kleinstädtchen zufällig entdeckt, dass ein neues Album namens "Screamworks: Love in Theory and Practice" erschienen ist.
Heute hörte ich es mir mehrmals an und ich muss sagen, dass ich erwartungsgemäß enttäuscht wurde. Auch wenn der verehrte Herr Frontmann laut Wikipedia äußerte, dass sie sich wieder an den älteren Dingen, die sie produziert haben, orientieren wollen, ist das neue Album, genau wie sein Vorgänger "Venus Doom" immer noch zu poppig, zu elektrisch, zu unmitreißend.

Wenn man sich da die älteren Sachen beschaut, erkennt man Unterschiede, die bedeutend sind, aber im Allgemeinen nicht gerade Frohmut hervorrufen.
Eigentlich ist es recht schade, aber natürlich war es zu erwarten, denn sie müssen sich ja auf ihr Publikum einlassen und dass sind nunmal diese verdammten Gören, die auch Lady Gaga und Justin Bieber toll finden.

Und ja, ich weiß, dass HIM sowieso nur eine Mainstream-Band sind und deswegen schon mal gar nicht gut gewesen sein können und sowieso nur von kleinen doofen Mädchen gehört werden, die keine Ahnung von Musik haben.
Ich muss dazu sagen, dass ich zwar tatsächlich keine Ahnung von Musik habe, mir jedoch seit "And Love Said No", was ja eigentlich eher ein Best-Of ist, kein Album von HIM mehr wirklich zusagt, da alles, was danach kam nur ein billiger Abklatsch von bereits dagewesen Dingen ist oder in eine viel zu nichtssagende Pop-Richtung geht, die mich mehr deprimiert als fasziniert.


Und, um noch einmal völlig vom Thema abzukommen: Ich danke den Pharmakonzernen für Sinupret, Grippostad und Silomat. Ohne diese Wunderpillen (und Saft) hätte ich das letzte Wochenende wohl kaum so den Umständen entsprechend gut überstanden, wie ich es letztendlich tat.
Letztes Wochenende fand hier in Kirchheim (Heidelberg) die Brain and Dice statt, eine Brettspiel-, Rollenspiel- und Table-Top-Convention, die alles in Allem betrachtet unglaublich großartig war und sehr viel Spaß gemacht hat.
Wer Lust hat, nächstes Jahr dabei zu sein, darf sich auf der offiziellen Homepage der Con gern dazu informieren oder mich fragen.

Nun werde ich mich für's Erste mal wieder verabschieden, aber keine Angst, ihr wisst ja: früher oder später melde ich mich immer wieder.

Mit sozialistischem Gruß,

Fräulein Kacka


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